Schlagwort-Archiv: Anthropogene Geländemorphologie

Meine Veranstaltungen in der Natur 2026

Überblick

DatumUhrzeitVeranstaltung
Samstag, 18. April14.00 – 17.00Hohlweg, Pinge, Weinterrasse – Spurensuche im Gelände
Samstag, 9. Mai14:30 – 16:50Vulkan, Erdrutsch, Tornado – Naturgewalten in Ziegelhausen
Sonntag, 31. Mai13.40 – 16.20Die Kelten auf dem Heiligenberg
Samstag, 5. September14.00 – 16.45Spannende Erdgeschichte rund um das Mausbachtal
Sonntag, 27. September13.40 – 16.20Die Kelten auf dem Heiligenberg
Samstag, 17. Oktober12:30 – 16:30Durch die Schweiz ins Meer – Wanderung durch den Buntsandstein
Als Geopark-vor-Ort-Begleiter underwegs – Foto: Manfred Bechtel

Anmeldung und weitere Informationen über Natürlich Heidelberg

Alle Veranstaltungen finden in Kooperation des Heidelberger Geschichtsvereins e.V. und der Unweltbildungsplattform der Stadt Heidelberg, Natürlich Heidelberg statt.

Die Veranstaltungszeiten sind auf den ÖPNV abgestimmt (Fahrplan: Verkehrsverbund Rhein-Neckar).

Mag. Tobias Städtler, Archäologe und Geopark-vor-Ort-Begleiter im Globalen UNESCO-Geopark Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Die meisten Veranstaltungen wurden auch ins Programm des Naturparks Neckartal-Odenwald aufgenommen.

Studium der Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Geographie an der Universität Heidelberg,
Forschungsthema in Arbeit: Die urgeschichtliche Besiedlung im Odenwald und Nördlichen Kraichgau

Hohlweg, Pinge, Weinterrasse – Auf Spurensuche im Gelände
Samstag, 18. April

In einer Landschaft, die viele aus Heidelberg und Umgebung von Spaziergängen und als Erholungsgebiet kennen, im Wald unmittelbar hinter dem Stift Neuburg, hat der Mensch im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche und vielfältige Spuren im Gelände hinterlassen. Sie begleiten einen an vielen Stellen, man muss sie nur erkennen. Wir werden diese Spuren auf verschlungenen Pfaden erkunden und lesen lernen. Sie werden uns dann über Systeme von Hohl-, Fahr- und Fußwegen Aufschluss geben, die zu verschiedenen Zwecken angelegt wurden. Der Bergbau auf Manganerz und die Nutzung der Gesteine Buntsandstein und Granit haben zum Teil massive und aufschlussreiche Erdbewegungen hinterlassen. Wo wurde früher in Ziegelhausen Wein angebaut? Wir werden es sehen. Die Landschaft wird zu einem lebendigen und anschaulichen Geschichtsbuch.

Für das Begehen von unwegsamem Gelände sind festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.

Vulkanausbruch, Erdrutsch, Tornado – Naturgewalten in Ziegelhausen
Samstag, 9. Mai

Alle Fotos: © Tobias Städtler Naturfotografie

Ein Vulkanausbruch vor 290 Millionen Jahren, ein Erdrutsch in historischer Zeit und ein Tornado, der 1996 eine große Fläche Wald zerstört hat – die Auswirkungen dieser drei Naturgewalten lassen sich heute noch im Sengesselloch bei Ziegelhausen beobachten. Durch Steinbruchtätigkeiten freigelegt, tritt die ehemalige Lava als Rhyolithfelsen in zwei unterschiedlichen Ausprägungen zu Tage. Die eindrucksvolle Felswand an der Straße nach Peterstal kann niemand übersehen. Der zweite Aufschluss liegt verborgen in einem Talgrund. Die Fließbewegungen der Lava und die Abkühlungsprozesse lassen sich jeweils am Gestein ablesen. Im Wald hat der Erdrutsch typische Geländeformen hinterlassen, anhand derer der Vorgang heute noch anschaulich nachvollzogen werden kann. Die praktisch komplett durch den Tornado zerstörte Fläche wurde dank der schon damals naturnahen Waldwirtschaft im städtischen Forst nach den Aufräumarbeiten sich selbst überlassen. Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Fläche von Natur aus wieder bewaldet hat und welches Stadium der Wald heute, nach 30 Jahren, erreicht hat. Kommen Sie mit auf einen spannenden Rundgang.

Die Kelten auf dem Heiligenberg
Sonntag, 31. Mai und Sonntag, 27. September

Die neue Rekonstruktion einer Pfostenschitzmauer auf dem Heiligenberg (Foto Tobias Städtler 12.05.2025)

Wir erkunden den Heiligenberg. Die Kelten haben in der jüngeren Eisenzeit den gesamten Berg überprägt und zahlreiche Formen im Gelände geschaffen, die sich heute noch erkennen und deuten lassen. Wie verliefen die beiden Ringmauern und wie waren sie aufgebaut? Wo gab es eine Zufahrt? Wie waren die Häuser verteilt und wieviele waren es? Wo holten die Bewohner ihr Trinkwasser? Auf all diese Fragen lassen sich bei genauem Hinsehen Antworten finden.

Weiterhin wäre zu klären: Wie war es möglich, insgesamt 5 km lange Mauern um die Siedlung herum zu bauen? Wie versorgten sich die Stadtbewohner mit Lebensmitteln? Wie sah die Umgebung des Heiligenbergs in der Rheinebene und den Bergen zur Zeit der Kelten, der Frühlatènezeit aus? Mit welchen Rohstoffen aus der Umgebung arbeiteten und handelten sie? Was könnte die Grundlage für die Bedeutung der Großsiedlung gewesen sein?

Die Kelten waren nicht die Ersten. Die Besiedlungsgeschichte beginnt bereits in der Linienbandkeramik, der ersten Ackerbaukultur, und setzt sich mit Unterbrechungen im Mittelneolithikum, der Bronze- und Eisenzeit fort. Die Römer verehrten in einen Tempelbezirk ihre Götter.

Rundwanderung um den Berg und über den Berg, 3,5 km, Aufstiegsumme und Abstiegsumme 122 m

Spannende Erdgeschichte rund um das Mausbachtal
Samstag, 5. September

Manganerzbergwerk Mausbachtal, Ziegelhausen

Die Tour führt zu Zeugnissen der geologischen Vergangenheit des Mausbachtals in Ziegelhausen. Am Anfang genießen wir weite Ausblicke rundum in die Landschaft, die uns gleichzeitig Aufschluss über ihre Entstehung geben. Danach streifen wir durch Meer und Sandwüste und nehmen Einblick in die Tiefe der Erdkruste unter einem Hochgebirge. Jeweils lernen wir die Gesteine kennen, die dort entstanden sind. Die Bodenstele (Geopunkt) auf dem Büchsenacker bietet die seltene Gelegenheit, in den Boden unter unseren Füßen hineinzuschauen und zu sehen, was sich zwischen dem Gesteinsuntergrund und der bewachsenen Oberfläche abspielt. Der Weg führt uns an einem aufgelassenen Bergwerkstollen vorbei. Wie alt ist er, was wurde hier abgebaut und wie ist es entstanden? Bei der alten Brunnenstube des Klosters Stift Neuburg stellt sich uns die Frage, was das Besondere am Wasser aus dem Buntsandstein ist und für welche Zwecke es in Ziegelhausen genutzt wurde.

Für das Begehen von unwegsamem Gelände sind festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.

Durch die Schweiz ins Meer – Wanderung durch den Buntsandstein in Ziegelhausen
Samstag, 17. Oktober

ND Felsenmeer Jägerfelsen im Breiten Ried

Ziegelhäuser Schweiz, so wird das Naturschutzgebiet im ehemaligen Buntsandsteinbruch an der Neckarhalde wegen seiner beeindruckenden roten Felswände genannt. Nicht weit davon hat die Natur das charaktervolle, nur wenig bekannte Naturdenkmal Felsenmeer Jägerfelsen geschaffen. In beiden Landschaften sind interessante Details in den Sandsteinen zu beobachten. Sie geben uns Aufschluss über das Klima vor 250 Millionen Jahren, die wechselnden Bedingungen, unter denen der Sand abgelagert wurde, sowie weitere interessante Einzelheiten. Wie kommen zum Beispiel die Kugeln in den Kugelhorizont? Ebenso erfahren wir, wie die Blöcke des Felsenmeeres entstanden und wie sie während der Eiszeiten in ihre heutige Position gewandert sind. Genießen Sie die Eindrücke auf der Wanderung durch diese ganz besondere, teils vom Menschen, teils durch die Natur geschaffene, vom Buntsandstein geprägte Landschaft.

Für das Begehen von unwegsamem Gelände sind festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.

Veranstaltungen für Gruppen

Alle meine Veranstaltungen können zu fast beliebigen anderen Terminen für private Gruppen gebucht werden. Auch individuelle Wünsche kann ich berücksichtigen. Erkundigen Sie sich bei Natürlich Heidelberg.

Weiteres

Folgende Veranstaltung wird dieses Jahr nicht stattfinden:

Was Geländeformen erzählen – Beobachtungen an der Hohen Straße entlang

Vierstündige Wanderung vom Langen Kirschenbaum über den Weißen Stein, Einsiedler, das Heidenknörzel, den Zollstock, die Hölderlinanlage und die Hirschgasse bis an den Neckar

„Als Hohlwege sind sie eigentlich nicht zu übersehen, teilweise zeichnet sich ein ganzes Bündel Fahrspuren im Boden ab. Dennoch nimmt sie der Wanderer wohl erst unter kundiger Führung richtig wahr.“ (Rhein-Neckar-Zeitung, Mai 2022)

Alle Fotos: © Tobias Städtler Naturfotografie

Wer weiß etwas? – Höhle im Mausbachtal

Die Höhle im Mausbachtal

Auf älteren Karten von Ziegelhausen ist am Eingang ins Mausbachtal hinter der Straßenkurve beim Stift Neuburg / am ehemaligen Kleinen Paulusheim eine Höhle eingezeichnet. Mein Vater konnte sich noch an die künstliche Höhle erinnern. Vor Jahrzehnten ist sie eingestürzt. Der Graben ist im Gelände noch gut zu erkennen.

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Weiß jemand näheres über diese künstliche Höhle, über ihre Funktion, wann sie angelegt wurde und über spätere Nutzungen?

Hier ein Ausschnitt aus der Deutschen Grundkarte 1 : 5.000 aus den 1960er Jahren:

Auf manchen Karten und in manchen Schriften wird die Höhle als Versuchsstollen auf der Suche nach Manganerz bezeichnet. Diese Interpretation geht angeblich auf die Geologische Specialkarte des Großherzogthums Baden, Blatt Heidelberg (Nr. 23) / Erläuterungen zu Blatt Heidelberg von A. Andreae und A. Osann, 1896, zurück. Das kann aber nicht stimmen, denn an dieser Stelle steht kein Manganerz an. Man befindet sich hier im Granit. Die Manganerz führende Schicht des Zechstein-Dolomits (Perm) befindet sich etwa 40 – 50 m höher und wurde in der Baugrube des Hallenbades angetroffen.

In den Erläuterungen zu Blatt Heidelberg steht auch nur folgendes:

(Die gesamten Erläuterungen sind bei Google Books zu finden.)

Alles Weitere war also nur eine Fehlinterpretation. Da steht selbstverständlich nichts von Schürfungen im Granit, sondern nur im Manganerzlager innerhalb des Zechsteins. Die Behauptung muss jemand offensichtlich ohne geologische Kenntnisse in die Welt gesetzt haben. Da sieht man einmal wieder, wie ein Fehler jahrzehntelang unkritisch übernommen wird, ohne genau hinzusehen.